Dritte Auktion der Europäischen Wasserstoffbank: Wiener Stadtwerke unter den Gewinnerprojekten
Die Europäische Kommission hat am 7. Mai 2026 die Ergebnisse der dritten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank bekanntgegeben. Neun Projekte aus sieben EWR-Staaten erhalten insgesamt rund 1,09 Mrd. Euro Förderung aus dem Innovationsfonds, der aus Erlösen des EU-Emissionshandels gespeist wird. Mit den Wiener Stadtwerken ist erstmals ein österreichisches Projekt direkt aus dem EU-Budget vertreten. Skandinavien bildet mit fünf Projekten in Dänemark, Finnland und Norwegen erneut den Schwerpunkt; weitere Zuschläge gehen nach Deutschland, Spanien und Griechenland.
Bis zum Auktionsschluss am 19. Februar 2026 waren 58 Gebote aus elf Ländern eingereicht worden, mit einem beantragten Gesamtvolumen von rund 8,4 Mrd. Euro – die Auktion war damit mehr als sechsfach überzeichnet. Die Förderprämien der ausgewählten Wasserstoff-Produktionsprojekte lagen zwischen 0,44 und 1,10 Euro pro Kilogramm; im separaten, deutlich kleineren Bereich für maritime und Luftfahrtanwendungen erhielten zwei Projekte Zuschläge bei knapp 3,50 Euro pro Kilogramm. Die Förderung wird über zehn Jahre als feste Prämie pro Kilogramm verifizierter Produktion ausgezahlt. Die ausgewählten Projekte haben zusammen eine geplante Elektrolyseur-Kapazität von rund 1,1 GW. Die zweite Auktion hat allerdings gezeigt, dass nicht alle Zuschläge zu Förderverträgen führen: Von den damals fünfzehn ausgewählten Projekten unterzeichneten am Ende nur sechs einen Fördervertrag.
Wiener Stadtwerke mit erstem österreichischen EU-Zuschlag
Die Wiener Stadtwerke erhielten mit dem Projekt Hy4IND einen Zuschlag bei einer Förderprämie von 0,98 Euro pro Kilogramm über zehn Jahre. Geplant ist eine 5MW-Elektrolyseanlage zur Versorgung industrieller Abnehmer. Nach der Beteiligung Österreichs an der zweiten Auktion über Auctions-as-a-Service mit nationalen Mitteln aus dem Wasserstoffförderungsgesetz (WFöG) ist dies das erste österreichische Projekt, das direkt aus dem EU-Budget der Wasserstoffbank gefördert wird.
Nationale Aufstockung über Auctions-as-a-Service
Über Auctions-as-a-Service stocken Deutschland mit 1,3 Mrd. Euro und Spanien mit 440 Mio. Euro die EU-Förderung mit nationalen Mitteln auf. Damit können Projekte unterstützt werden, die im EU-Ranking knapp unterhalb der Förderschwelle lagen, aber die Qualifikationskriterien erfüllen.
Nächste Schritte
Die Förderverträge zwischen der Exekutivagentur CINEA und den ausgewählten Projekten sollen im vierten Quartal 2026 unterzeichnet werden. Innerhalb von zweieinhalb Jahren danach muss der Financial Close erreicht sein, die Inbetriebnahme spätestens nach fünf Jahren erfolgen.