Mit Wasserstoff für Technik begeistern – der Hydrogen Grand Prix
Chemie, Physik, Design und Projektmanagement: all diese, teils sehr unterschiedlichen Felder, vereinen sich in kleinen, ferngesteuerten Autos mit Wasserstoffantrieb. Und gerade deshalb eignen sie sich hervorragend dafür, junge Menschen für eben diese Felder zu begeistern. Ganz nebenbei werden Zusammenarbeit, Problemlösungsfähigkeit und Durchhaltevermögen trainiert.
Wasserstoff im Klassenzimmer
Wie schafft man es, erneuerbare Energien greifbar zu machen und Schüler:innen weltweit für Energiethemen zu begeistern? Indem man nicht nur auf Theorie setzt, sondern die Fragestellungen und Konzepte praxisnah vermittelt. Daher begann bereits 2003 das Unternehmen Horizon Fuel Cell Technologies aus Singapur mit dem Verkauf von Miniatur-Brennstoffzellen an Schulen. Das Konzept bewährte sich, und nach 2013 wurde die Horizon Educational Group gegründet mit dem Ziel, erneuerbare Energien in Schulen weltweit begreifbar zu machen. 2015 wird die „H2 Grand Prix Series“ geboren, 2018 findet dann das erste Weltfinale in Tschechien statt, in dem Schüler:innen und Student:innen in verschiedenen Kategorien mit kleinen, ferngesteuerten Wasserstoffautos gegeneinander antreten. Bis heute werden weltweit Rennen veranstaltet und einmal im Jahr, beim großen Finale, wird ein Gewinnerteam gekürt. Unter anderem sollen Teamwork und Kreativität gefördert werden. Auch die Begeisterung für MINT-Fächer steht im Vordergrund – um die Problemlöserinnen und Problemlöser von morgen zu finden.
2025 holte sich Österreich den 3. Platz
2025, zehn Jahre nachdem der erste Hydrogen Grand Prix organisiert wurde, beteiligte sich erstmals ein österreichisches Team in der „Pro“-Kategorie. Das bedeutet, das Auto darf nur über Wasserstoff angetrieben werden – ein hybrider Antrieb mit zusätzlicher Batterie ist damit nicht erlaubt. Bauteile wie die Brennstoffzellen-Stacks können bei Horizon Educational eingekauft werden – andere Bauteile werden selbst 3D gedruckt. Die Aufgaben sind komplex, weshalb in dieser Kategorie auf Uniniveau konstruiert wird: Alle Teammitglieder befanden sich am Ende ihres Studiums an der TU Graz. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten beim Qualifikationsrennen im deutschen Chemnitz gelang es dem österreichischen Team beim ebenfalls in Chemnitz ausgetragenen Finale, den 3. Platz zu belegen – und sich damit gegen sieben weitere Teams aus der ganzen Welt durchzusetzen.
Das Wasserstoff-Rennauto 2025
Das HyRaceA Team beim Weltfinale 2025
Finale der Saison 2026 steht kurz bevor
Mit nun deutlich mehr Erfahrung und mit neuer Teamaufstellung startet auch dieses Jahr HyRaceA in die Meisterschaft. Dabei wurden die Probleme aus dem letzten Jahr genau analysiert – das diesjährige Modell ist beispielsweise leichter als jenes aus dem Vorjahr. Unterstützt wird das Team, wie schon zuvor, durch das HyCentA.
In die Konstruktion der Modelle fließt viel Arbeit, so wurde die Antriebswelle selbst gedreht. Auch die eingekauften Teile wie die Brennstoffzellen werden noch modifiziert. Ende Mai qualifizierte sich das Team in Chemnitz für das Finale am 03.07.2026 in der Schweiz. Bis dahin fließen die im Qualifikationsrennen gewonnenen Erkenntnisse in das Modell mit ein. Das finale Rennen dauert sechs Stunden – damit wird es mehrere Fahrer:innenwechsel, Durchhaltevermögen und Zusammenarbeit erfordern. Dass ein Erfolg möglich ist, hat das Team 2025 bereits bewiesen. Vielleicht reicht es dieses Jahr sogar für Silber oder Gold.
Das HyRaceA Team 2026 beim Qualifying in Chemnitz
© Fotos: HyRaceA