Studie zu Wasserstoffspeichern in Österreich veröffentlicht
Für die vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus in Auftrag gegebene Studie “Wasserstoffspeicher in Österreich”, erstellt von der Österreichischen Energieagentur, dem AIT, der Montanuniversität Leoben und NHP Rechtsanwälte, wurde eine umfassende Analyse des Bedarfs und der Potenziale von Wasserstoffspeichern in Österreich vorgenommen.
Wasserstoffspeicherbedarf
Laut Berechnungen des Integrierten österreichischen Netzinfrastrukturplanes 2024 (ÖNIP) steigt der Wasserstoffbedarf in Österreich auf 48 TWh bis 2040. Analog dazu wächst auch der Bedarf nach Wasserstoffspeichern. Dieser wird sich, laut neuer Studie, auf 7,7 TWh bis 2040 belaufen. Vorausgesetzt wurde eine kostenoptimale Dimensionierung der Kapazitäten. Die Speicher werden überwiegend als Jahresspeicher betrieben und der Wasserstoff wird in erster Linie für die Rückverstromung in Gaskraftwerken im Winter eingesetzt.
Wasserstoffspeicherpotenziale
Die Studie hebt vor allem poröse Lagerstätten als die primäre Lösung für geologische Wasserstoffspeicherung hervor. Generell ist die Speicherung von Wasserstoff mit diversen technischen Herausforderung verbunden, die die Studie allerdings als lösbar einstuft. Österreich verfügt über ein hohes Potenzial für geologische Wasserstoffspeicherung, konkret wird ein kurz- bzw. mittelfristiges Speicherpotenzial von 3,2-5 TWh angegeben und ein langfristiges von 30 TWh.
Viele Unsicherheiten
Vor allem hinsichtlich der zukünftigen Kosten sieht die Studie große Unsicherheiten, die erst nach Bau und Betrieb mehrerer Speicherprojekte gemindert werden können. Diese Unsicherheit spiegelt sich auch in der hohen Spannbreite wider, mit der die berechneten Levelised Cost of Storage angegeben werden. Diese belaufen sich auf 42 €/MWh-127 €/MWh, es handelt sich dabei aber ausdrücklich um eine grobe Abschätzung. Die Studie hebt auch fehlende rechtliche Rahmenbedingungen hervor, so fehlt derzeit ein tragfähiger regulatorischer Rechtsrahmen für geologische Wasserstoffspeicherung.
Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer verweist in einer Aussendung zur Studie auf aktuelle Gesetzesvorhaben wie das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) und betont: “Speicher sind keine Vision, sondern eine Notwendigkeit. Wir müssen rechtlich, technisch und wirtschaftlich die Voraussetzungen schaffen, damit Österreich weiterhin zum europäischen Speichernetzwerk gehört und seine geologischen Vorteile nützen kann. Das ist nicht nur Energie-, sondern auch Standortpolitik.”
Die Studie können Sie hier downloaden.
Weitere Informationen zu Wasserstoffspeicherung erhalten Sie in unseren Factsheets “Zur Speicherung von Wasserstoff” und “Untertagespeicherung von Wasserstoff”.