Im Folgenden werden sowohl die Forschungsausgaben als auch die Forschungsinfrastruktur im Bereich Wasserstoff dargestellt.

Forschungsausgaben für Wasserstoff und Brennstoffzellen

Die Mitgliedschaft bei der Internationalen Energieagentur (IEA) verpflichtet Österreich zur jährlichen Erfassung aller in Österreich durchgeführten Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte im Energiebereich, die mit Mitteln der öffentlichen Hand gefördert beziehungsweise finanziert wurden.

Der Themenbereich Wasserstoff, der die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis zum Einsatz sowie auch die Brennstoffzellentechnologien umfasst, hat im Jahr 2025 nach zwei sehr starken Jahren einen Rückgang auf 47,9 Millionen Euro zu verzeichnen.

Entwicklung der Energieforschungsausgaben für Wasserstoff der öffentlichen Hand in Österreich (2021 bis 2025, Quelle: AEA)

Damit hat die öffentliche Hand seit dem Jahr 2021 die Wasserstoffforschung in Österreich mit 246 Millionen Euro unterstützt.

Weitere Informationen finden sich in der jährlichen Publikation zu den Energieforschungsausgaben finden Sie auf nachhaltigwirtschaften.at 

Forschungs- und Technologie-infrastruktur

Im Folgenden findet sich eine Übersicht der im Bereich Wasserstoff tätigen Hochschulen, Kompetenzzentren und außeruniversitären Forschungsinstitute in Österreich. Die Darstellung basieren auf Recherchen des HyPA-Managements und bauen auf dem Bericht des Forschungsprojektes WIZARD (Wasserstoff-Infrastruktur für zukunftsweisende Anwendungen und den technologischen Durchbruch in Österreich) auf, das vom HyCenta, dem AIT und Frontier Economics im Auftrag des Klima- und Energiefonds durchgehführt wird (Veröffentlichung WIZARD wird im Herbst 2026 erwartet).

Das HyCentA ist ein Forschungszentrum für elektrochemische Systeme und Wasserstofftechnologien an der TU Graz. Es besteht aus einem COMET-Zentrum und einem Testzentrum. In den Laboren und Prüfständen im Wasserstoff-Testzentrum werden Performance, Sicherheit, Degradationsverhalten und Zuverlässigkeit im Realbetrieb mit Wasserstoff geprüft und getestet. 

https://www.hycenta.at/

Derzeit ist eine Forschungs- und Prüfinfrastruktur für flüssigen Wasserstoff (Kryo-H2) am Standort Ennshafen in Vorbereitung. Das Labor ist ein Zusammenschluss aus mehreren wissenschaftlichen Partnern und Unternehmenspartnern (Test-Fuchs, TÜV Süd) unter Koordination des HyCentA. Mit einem Betrieb wird ab 2027 gerechnet.

https://projekte.ffg.at/projekt/5132097

Am Institut für Energietechnik und Thermodynamik ist das TUW H2 Lab angesiedelt. Es basiert auf einer modularen Versuchsplattform und bildet einen vollständigen Wasserstoffkreislauf vom regenerativ erzeugten Strom über die Elektrolyse, die Speicherung und die Rückverstromung bis hin zur Einspeisung in ein Insel- oder Verbundnetz (Lastprofile, Verbraucher) ab. Indoor-Komponenten (Brennstoffzellen-, Wasserstoff- und Energy-Management-Subsystem) sind über ein Outdoor-Modul mit beweglichen und fest installierten Photovoltaikmodulen sowie einer Kleinwindturbine verbunden. Forschungsseitig adressiert das TUW H2 Lab insbesondere Fragen zur flexiblen Betriebsführung der Elektrolyse, zur dynamischen Kopplung volatiler erneuerbarer Quellen mit chemischen Speichern sowie zur Energiemanagement-Optimierung im Insel- und Verbundnetzbetrieb.

https://www.tuwien.at/mwbw/iet/labor/tuw-ai-energy-lab/h2-lab

 

Im nachfolgend dargestellten MECS sind weitere Institute der TU Wien involviert (Materialchemie, chemische Technologien und Analytik, angewandte Physik).

Der „Cluster of Excellence Materials for Energy Conversion and Storage“ wird vom FWF gefördert. Fotokatalyse ist ein besonders spannendes Forschungsgebiet zur Herstellung von Wasserstoff mit direkter Sonnenstrahlung. Elektrokatalyse, Modellierung und Simulation komplettieren die Forschungsbereiche des MECS. 

Partner: TU Wien, ISTA, Uni Wien, Uni Innsbruck, Montanuniversität Leoben

https://coe-mecs.at/ 

Am AIT stehen zahlreiche Labors, Prüfstände und Plattformen für die Forschung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Wasserstoff zur Verfügung.

https://www.ait.ac.at/loesungen/wasserstoff

An der TU Graz werden die wasserstoffbezogenen Aktivitäten am Research Center for Green Hydrogen and Fuel Technologies gebündelt, in dem einige Institute sowie externe Kompetenzzentren (einige davon werden weiter unten beschrieben) involviert sind.

https://www.tugraz.at/forschung/forschung-an-der-tu-graz/research-centers/research-center-for-green-hydrogen-and-fuel-technologies

Das COMET Forschungszentrum für Großmotoren ist am Campus an der TU Graz angesiedelt und kooperiert mit zahlreichen Partnern. Die Prüfstände können sowohl mit konventionellen als auch mit allen alternativen Kraftstoffen wie Wasserstoff, Ammoniak, Methanol betrieben werden.

https://www.lec.at/ 

Am Lehrstuhl für Physikalische Chemie wird Materialentwicklung durchgeführt (Schichten durch Pulsed-Laser-Deposition etc.). 

Es steht weiters ein Prüfstand für Hochtemperatur-Brennstoffzellen und Hochtemperatur-Elektrolysezelle zur Verfügung.

https://physchem.unileoben.ac.at/

Im Jahr 2024 wurde an der Universität das Forschungszentrum für Wasserstoff & Kohlenstoff eröffnet. Hier stehen Anlagen im Labor- und Pilotmaßstab zur Pyrolyse vom Methan und Biomasse-Reststoffen sowie der Nutzung der Prozessgase und der Biokohle zur Verfügung.

Das MCL Materials Center Leoben ist spezialisiert auf metallische und nichtmetallische Werkstoffe, ihre Herstell- und Verarbeitungsprozesse und innovative Anwendungen. In Leoben beschäftigen sich Forscher:innen unter anderem mit der Interaktion von Materialien mit Wasserstoff und führt Materialcharakterisierungen durch.

https://www.mcl.at/

Das Kompetenzzentrum führt Forschung, Analysen und Materialentwicklung im Bereich Kunststoffe und Composite Materialien für Wasserstoff-Anwendung durch.

https://www.pccl.at/ 

Das Wasserstofflabor an der FH Oberösterreich am Campus Wels ist seit 2023 in Betrieb und verfügt über einen Brennstoffzellenprüfstand und kann Brennerversuche durchführen. Weitere Themen: Nutzung im elektrischen Netzverbund, Verfahrenstechnik sowie die Wechselwirkung von Wasserstoff mit anderen mit Werkstoffen.

https://fh-ooe.at/forschung/research-center-wels/forschungsschwerpunkte/energie-und-umwelt/bio-und-umweltanalytik

K1-MET ist eines der führenden internationalen Kompetenzzentren für metallurgische und umwelttechnische Verfahrensentwicklung mit Standorten in Linz und Leoben. Besonders relevant ist die Forschung und Pilotanlage zur H2-Reduktion von Eisen für die Stahlproduktion sowie die Simulation Modellierung and Überwachung von wasserstoffplasmabasierten Schmelzprozessen.

https://www.k1-met.com/

Die Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency (AEA) führt Studien und Erhebungen im Wasserstoffbereich durch (Policy, Technologien, Bedarfe etc.) und hat das Management der Hydrogen Partnership Austria www.hypa.at inne. Weiters vertritt die AEA Österreich im Exekutivkomitee des Technologieprogramms Wasserstoff der IEA: https://www.ieahydrogen.org/ 

https://www.energyagency.at/

Am Campus in Pinkafeld steht unter anderem ein Prüfstand für Brennstoffzellen und Elektrolyseure zur Verfügung.

Weitere Forschung am Department Energie & Umwelt:

https://hochschule-burgenland.at/forschung/forschung-in-den-bereichen/energie-umwelt/

Wasserstoffbezogene Schwerpunkte am BEST sind die thermo- bzw. biochemische Herstellung von Wasserstoff aus Syngas, Biomasse und Abfall sowie die Anwendungsmöglichkeiten von H2-reichem Gas in der Industrie. BEST hat Standorte in Graz, Wieselburg (NÖ) und Wien.

https://best-research.eu/

An einem Reaktor für photoelektrochemische H2-Herstellung werden in Gleisdorf in der Steiermark F&E-Projekte durchgeführt.

https://www.aee-intec.at/

Die Arbeitsgruppe Material- und Electrochemie an der Universität Innsbruck führt Grundlagenforschung zu Grenzflächenprozessen bei elektrochemischer Energieumwandlung durch. Sie sind auch Partner im MECS.

https://www.uibk.ac.at/de/physchem/electrochem/

Schwerpunkte der Functional Materials Group an der Uni Salzburg sind die photoelektrochemische Energiespeicherung und Wasserspaltung.

https://www.plus.ac.at/chemie-und-physik-der-materialien/functional-materials/ 

Das Österreichisches Kompetenzzentrum für Tribologie in Wiener Neustadt verfügt über eine Forschungsinfrastruktur für anwendungsorientierte Tests in Wasserstoffatmosphäre. Der Fokus liegt dabei auf Tribologie, Material- und Schmierstoffverhalten.

https://www.ac2t.at/

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