H2 Convention: Branchentreff in Linz
Die Hydrogen Convention fand am 26. und 27. November 2025 in der Linzer Tabakfabrik statt. Das Programm beinhaltete diverse Aspekte rund um den Wasserstoffhochlauf, darunter Produktionstechnologien, Infrastrukturfragen, Finanzierung, Regulierung und industrielle Anwendungen.
HyPA war an zwei Sessions direkt beteiligt. In der Diskussion „Führt an H₂ (k)ein Weg vorbei?“ diskutierte Beiratsvorsitzender Wolfgang Anzengruber mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Industrie über die Frage, in welchen Prozessen Wasserstoff heute technisch notwendig ist und wo alternative Optionen bestehen. Dabei wurde auch erörtert, welche Faktoren für Investitionsentscheidungen und die praktische Umsetzung maßgeblich sind.
Am zweiten Veranstaltungstag, der mit einer Keynote des deutschen Journalisten Christian Stöcker begann, der Österreich als mögliche internationale Modellregion für grünen Wasserstoff charakterisierte, moderierte Andreas Indinger (HyPA-Management) die Session „Internationale Perspektive: Wettbewerbsfähiger CO₂-armer H₂“. Vertreter von Siemens und Bosch lieferten einen globalen Überblick über Wasserstoffzukunftsmärkte, wobei vor allem die Entwicklungen in China und Indien derzeit herausstechen würden. In den USA sei eine Abkehr von grünem und eine Hinwendung zu blauem Wasserstoff zu konstatieren. Und die europäische Marktentwicklung hänge sowohl von der Regulatorik als vor allem auch von der Entwicklung der Strompreise ab, die für die Herstellungskosten von grünem Wasserstoff die zentrale Komponente darstellen. Die Gefahr, dass auch im Wasserstoffbereich die Abhängigkeit von China zunehme, sei gegeben, aber noch sei „das Rennen nicht entschieden“ - wesentlich sei es, nun vom Labor und Demonstrationsprojekten in die Skalierung zu kommen. Die Linz AG skizzierte technische und wirtschaftliche Potenziale in Oberösterreich.
Darüber hinaus wurden in diversen Sessions regulatorische und finanzielle Fragen diskutiert. In der Session „Kapital für Wasserstoff“ erläuterten Judith Neyer (BMWET), Urban Peyker (Klima- und Energiefonds) und Stella Mitsche (aws) aktuelle und geplante Finanzierungsinstrumente für den Wasserstoffhochlauf, etwa das Wasserstoffförderungsgesetz (WFöG), das Förderprogramm Transformation der Industrie sowie die FTI-Initiative für die Transformation der Industrie.
Die Wichtigkeit des für das kommende Jahr angekündigten GWG neu wurde nicht nur in dieser Diskussion, sondern etwa auch in den Exchange Sessions am Nachmittag thematisiert. Fast 30 Unternehmen stellten dort im Rahmen eines interaktiven Austauschs ihre Projekte vor und diskutierten über aktuelle Projektfortschritte und Herausforderungen.
Wie ein roter Faden zogen sich sowohl das schwierige aktuelle Marktumfeld als auch die Überzeugung, dass der Wasserstoffhochlauf dennoch gelingen werde, durch die zweitägige Konferenz.