Nachbericht - WIVA/HyPA-Workshop zu H2 im Schwerverkehr

Anfang Dezember fand der "Workshop H2 Mobilitätsinitiative im Schwerverkehr Austria & 4. HyPA Roundtable Schwerverkehr" in den Räumlichkeiten der Wien Energie statt. Die Veranstaltung wurde von WIVA und HyPA gemeinsam mit den Kooperationspartnern Wien Energie und HyCentA ausgerichtet. 
Das Ziel war die Ausarbeitung von Handlungsempfehlungen zur Beschleunigung der grünen Wasserstoffmobilität in Österreich im Rahmen der Umsetzung der AFIR-Verordnung. Dazu wurden Expert:innen aus allen Ebenen der Wertschöpfungskette der Wasserstoffmobilität (Elektrolyse- & HRS-Betreiber, Fahrzeughersteller und Nutzer) eingeladen, um im Rahmen des Workshops an Lösungsmöglichkeiten für den Hochlauf der Wasserstoffmobilität zu arbeiten. 

Erfahrungsberichte und Initiativen

Nach der Begrüßung durch die Gastgeberin Wien Energie, vertreten durch Johannes Jungbauer, folgten mehrere Vorträge zu Erfahrungsberichten, moderiert von Andreas Indinger (HyPA).

Peter Wiesinger (Wiener Linien GmbH & Co KG) berichtete über die bisherigen Erfahrungen der Wiener Linien mit der Nutzung und Beschaffung von Batterie- und Wasserstoffbussen. Das Unternehmen hat mit Ende 2025 80 Nullemissionsbusse in Betrieb, 20 davon werden mit Wasserstoff betrieben (RampiniHydron, CaetanoH2.CityGold). Interessant waren auch die Einblicke in den Testbetrieb von Prototypen. Dabei wurde unter anderem der weltweit erste und einzige Prototyp eines neuen Busses von Hyundai den Wiener Linien zum Testen übergeben.

Anschließend gab Hans-Jürgen Salmhofer (Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, BMIMI) einen Überblick über den aktuellen Stand von Wasserstoff in der Mobilität sowie über laufende und abgeschlossene Förderprogramme. Die Förderprogramme EBIN und ENIN für emissionsfreie Bus- bzw LKW-Flotten hatten schon zahlreiche Ausschreibungsrunden, die Nutzung der Förderungen für wasserstoffbetriebene Fahrzeige ist eher gering. Von 762 eingereichten emissionsfreien Bussen sind 45 H2-Busse in Förderverträgen, bei über 5.000 eingereichten emissionsfreien Nutzfahrzeugen ist nach einigen Projektabbrüchen nur ein einziges N3-Fahrzeug (über 18 Tonnen) mit Wasserstoffbetrieb in der Förderung. Im Bereich F&E ist die aktuelle Ausschreibung des Programms Zero Emission Mobility plus (ZEM+) noch bis 11. Februar 2026 geöffnet. Salmhofer stellte auch dar, wie sich die Themen und Diskussionen der HyPA-Roundtables bis zu diesem 4. Termin entwickelt haben. Er schloss mit einem Ausblick bzw. Stufenplan, wie bis zum Jahr 2030 eine AFIR-konforme Infrastruktur erreicht werden soll.

Franz Winkler (HyCentA Research GmbH) stellte danach die “H2-Mobilitätsinitiative im Schwerverkehr Austria” vor, deren Ziel die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE H2 Mobilität) zur Vernetzung und zum gemeinsamen Hochlauf entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist. Dafür werden neben den schon bekundeten Interessen weitere zuverlässliche Partner gesucht, insb. Transportunternehmen.

Abschließend berichteten Claus Ammon (H2-Mobility Deutschland GmbH & Co KG) über den Infrastrukturaufbau in Deutschland sowie Niklas Möllers (hylane GmbH), einem Vermieter von emissionsfreien Nutzfahrzeugen mit der derzeit größten Brennstoffzellen-LKW-Flotte in Europa, und Armin Hummer (DB Schenker Deutschland AG) über ihre Erfahrungen mit dem Einsatz eines Wasserstoff-LKWs (seit 2023) und Perspektiven für H2-Flotten.

Link zur den Vortragsfolien - Wiener Linien
Link zur den Vortragsfolien - BMIMI
Link zur den Vortragsfolien - HyCentA
Link zur den Vortragsfolien - hylane

Thematische Ausarbeitung in Arbeitsgruppen

Im Anschluss arbeiteten die Teilnehmer:innen in drei thematischen Arbeitsgruppen an der Identifikation zentraler Hindernisse und erforderlicher Maßnahmen.

Arbeitsgruppe: Use Cases: Fahrzeuge und Wirtschaftlichkeit
Leitfrage: Welche wasserstoffaffinen Use Cases gibt es jetzt und in Zukunft? Wie kommt man zu wirtschaftlichen Lösungen?
Moderation: Sascha Grimm, Wien Energie GmbH

Arbeitsgruppe: Infrastruktur, Genehmigungsprozesse & Logistik
Leitfrage: Wie viele Tankstellen an welchen Standorten sind notwendig, wie können Genehmigungsprozesse standardisiert und vereinfacht werden, und wie kommt der Wasserstoff zur Tankstelle?
Moderation: Franz Winkler, HyCentA Research GmbH

Arbeitsgruppe 3: Rahmenbedingungen für den Markthochlauf
Leitfrage: Welche Rahmenbedingungen braucht es für einen erfolgreichen Hochlauf der Wasserstoffmobilität bei Nutzfahrzeugen?
Moderation: Elvira Lutter, WIVA P&G

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sind hier zu finden:

Link zu Ergebnissen der Arbeitsgruppen

Link zu Mentimeter-Umfrageergebnissen der Arbeitsgruppe 1